Beim Tag der Städtebauförderung wird Herzog-Wolfgang-Haus präsentiert
MEISENHEIM. Der Tag der Städtebauförderung am Samstag, 9. Mai 2026, rückt unter anderem das Herzog-Wolfgang-Haus ins Bewusstsein all der Gäste, die ab 14 Uhr Meisenheim besuchen. An diesem Tag werden Mitarbeitende, Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngruppen im Herzog-Wolfgang-Haus, Haus Obergasse und Haus am Schloss, die zur Stiftung kreuznacher diakonie gehören, aktiv und laden ab 14.30 Uhr am Schlossplatz zu Kaffee und Kuchen, Kicker und kalten Getränken ein.
Das Gebäude ist fest mit der Geschichte Meisenheims verwoben und gehört zu den repräsentativsten Häusern der Stadt. Herzog Johann II. errichtete im Jahr 1614 den zur Evangelischen Schlosskirche hin gelegenen Schlossteil (nördlicher Teil des Gebäudes), den sogenannten Magdalenen-Bau (heute: Herzog-Wolfgang-Haus). Dieser diente seiner Mutter Magdalena, einer geborenen Herzogin von Jülich-Kleve-Berg als Witwensitz.
In den Jahren 1825 bis 1827 erfolgte ein neugotischer Anbau (südlicher Teil des Gebäudes) von Georg Moller aus Darmstadt. Der Magdalenen-Bau diente im 19. Jahrhundert als Sommer-Residenz des hessen-homburgischen Landgrafenpaares Friedrich VI. (1820-1829) und Elisabeth, einer englischen Prinzessin.
Von 1869 bis 1932 war das Gebäude der Sitz des Landratsamtes des Kreises Meisenheim. Heute leben im Herzog-Wolfgang-Haus Wohngruppen in modernen und zeitgemäßen Appartements. Die Außenwohngruppen sind Teil des Bodelschwingh Zentrum für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen, mit mehrfach Schwerstbehinderungen und Verhaltensauffälligkeiten. Auf dem Gelände des Zentrums gibt es Wohnangebote für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche – insgesamt fast 400 Wohnplätze. Am Standort befindet sich die Bodelschwingh Schule, eine Förderschule mit den Schwerpunkten ganzheitliche und motorische Einschränkungen, zwei Werkstätten (WfbM), eine Tagesförderstätte sowie Tagesstrukturangebote. Fast 550 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den verschiedensten Fachbereichen bilden ein Team, das Soziale Teilhabe für die Bewohnerinnen und Bewohner sichert.